Neues Beiratsmitglied

Neues Beiratsmitglied

Liebe PetrA,

als gäbe es nicht schon genug von uns, darf ich mich in dieser Ausgabe unserer Zeitung als nächstes neues Vorstandsmitglied vorstellen, ich hoffe wir langweilen euch noch nicht – im Gegenteil, ich hoffe wir unterhalten euch!

Daher will ich die hard facts kurz halten: geboren 1988 in Linz, Urfahraner born and raised, begann meine didaktische Laufbahn in der Englischen Spielschule und führte über die Adalbert Stifter Volksschule ins Petrinum, Jahrgang 2007, und weiter an die JKU, wo ich bald mein Studium der Wirtschaftswissenschaften abschließen werde.

Belassen wir es dabei. Das für mich und euch wichtige Detail ist: was hat mich dazu gebracht, mich nach fast 10 Jahren wieder in meiner alten Schule zu engagieren, mehr, als ich es damals als Schüler je getan hätte? Die Antwort auf diese Frage ist recht simpel: ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Damals hätte ich das natürlich niemals eingestanden, konnte es kaum erwarten herauszukommen aus diesem behüteten, geregelten Umfeld, und welcher Schüler würde schon zugeben, dass Schule Spaß macht. Rückblickend muss ich mich aber nicht mehr schämen und darf viele große DANKE aussprechen: an die Lehrer, die mich gefordert und gefördert haben, wo andere resigniert hätten. An die Mitschüler, die oft einfach kurz die Augen gerollt haben und gewartet haben, dass es vorbeigeht. An die Gemeinschaft als Ganzes, die niemanden untergehen ließ, wobei ich nicht nur von mir spreche.

Wer sich an mich erinnert, wird wissen, dass ich es damals dem Lehrkörper, den Kollegen und mir selbst nicht einfach gemacht habe, wer mich noch nicht kennt, dem soll gesagt sein: als Lehrer wäre ich wohl selbst oft an mir verzweifelt.

Ganz wichtig zu erwähnen ist für mich die Tatsache dass, obwohl ich damals grundsätzlich dagegen war, ich mich immer auf die Exkursionen gefreut und diese auch genossen habe. Ob meine Reiselust und mein Interesse an „fremden“ Kulturen dadurch verstärkt oder erst geweckt wurde, sei dahingestellt, so oder so hätte es sich nicht besser treffen können, und auch wenn Latein und Altgriechisch mir heute nicht direkt im Alltag helfen, bin ich mir doch sicher, dass die humanistische Ausbildung, die mir im Petrinum zuteil wurde, wesentlich dazu beigetragen hat, wer ich heute bin.

Und dann, siehe da und genug des Pathos, Matura mit gutem Erfolg, wer hätte das gedacht, und weg war ich und froh drum.

Dann gab es da nur immer diese Altpetrinertreffen .. erst um die Freunde zu treffen, die sich schon etwas verstreut hatten, zB beim Petersfeuer, und dann plötzlich saß ich da beim Plauderabend in der Taverna und schließlich beim unmaskierten Übersetzungsabend im ehemaligen Klassenzimmer, mich fragend ob ich je verstanden habe, was ein Aorist macht, und dachte mir: Eigentlich war das schon schön damals. Eigentlich ging es mir wirklich gut, und das wäre vermutlich anderswo nicht unbedingt so gewesen. Und eigentlich könnte ich versuchen, jetzt auch etwas beizutragen, in der Hoffnung dass andere „weniger angepasste“ Schüler die selben positiven Erfahrungen machen wie ich, auch wenn es ihnen, wie mir, erst später klar werden sollte. Und natürlich auch in der Hoffnung, dass diese Gemeinschaft der (Alt-)Petriner weiter besteht und floriert, denn das ist, glaube ich, eine wirklich seltene Verbundenheit, generationenübergreifend und unabhängig, und am Ende möchte ich mich noch bei meiner ehemaligen Klassenvorständin und Deutschlehrerin entschuldigen: ich hätte mich wirklich bemüht, aber meine Sätze sind noch immer nicht weniger verschachtelt!

Und da ist es wieder, das Pathos .. es gibt halt Sachen, die vergisst man nicht. Wer kann schon Schillers Bürgschaft rezitieren, wer sagt statt „heiraten“ lieber „der Mutterschaft zuführen“, und wer kann jemandem auf Altgriechisch zu seinen schönen Beinschienen gratulieren? Muss man das können? Vermutlich nicht, aber ich bin froh, dass ich es kann.
Claudia Sagmeister, MJ 2009

Artikel aus der PetrA-Ausgabe November 2016

Der Verein der Petriner Absolventinnen und Absolventen - kurz PetrA - fördert den gemeinsamen Kontakt und freundschaftliche Beziehungen zwischen ehemaligen Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Gymnasiums Petrinum in Linz. Dies geschieht durch die Publikation der Vereinszeitung, das Treffen bei gemeinsamen Veranstaltungen und die Organisation von Reisen.

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