Leben für Musik: Anton Reinthaler, MJ 1968

Leben für Musik: Anton Reinthaler, MJ 1968

Domkapellmeister a.D., Organist, Komponist, Editor, Chorleiter, Maler

Anton Reinthaler wuchs in einer Familie auf, in deren Zweigen Kunst, Musik und Literatur immer Thema waren. Er wurde am 12. 1. 1950 in Offenhausen geboren und besuchte nach der Grundschule das Linzer Gymnasium Petrinum, wo er Orgelspiel und Singen schätzen lernte. Die Gänge des ehrwürdigen Hauses waren damals mit vielen Kunst-Drucken geschmückt, die den Gymnasiasten sehr beeindruckten. Aber die Kirchenmusik ließ ihn nicht los: So studierte er an der damaligen Wiener Musikakademie (heute Musik – Universität MDW) bei hervorragenden Lehrern, die ganze Generationen von Musiker*innen prägten: Hans Gillesberger (Kirchenmusik und Chorleitung), Anton Heiller (Komposition), Michael Radulescu (Orgel), sowie Roman Ortner (Lied und Oratorium). Er schloss mit Auszeichnung und dem Mag. art, sowie dem Diplom für Musikpädagogik und Gesang ab. Während der Studienzeit pflegte er im Wiener Kammerchor und der Singakademie Chorsingen auf höchster Ebene. Kurse bei den Legenden Kurt Equiluz, Eric Ericson, Erwin Ortner, Helmut Rilling und Luigi Tagliavini ergänzten seine exzellente Ausbildung, die ihn beruflich wieder in die Heimat führte:

Von 1974 bis 2001 fungierte Reinthaler als Diözesankantor und Leiter des von ihm aufgebauten Kirchenmusikreferates sowie von 1986 bis 2003 als Domkapellmeister. Dem Kantor war die Aus- und Fortbildung der Chorleiter*innen und die Einzel-Stimmbildung ein besonderes Anliegen; über 20 Kirchenmusik-Singwochen und ca. 50 Dekanats-Chortage wurden durchgeführt. Dem Domkapellmeister war wichtig, die bedeutendsten Kirchenmusik-Werke aller Epochen aufzuführen. Dafür war die Erweiterung des Domchors auf den Stand von 40 Sänger*innen, ein im Kern fixes Domorchester und konsequente Repertoire-Pflege notwendig. So wurde z.B. Anton Bruckners Messe in e-Moll mit ihrem besonderen Bezug zum Dom in der Ära Reinthaler 13 mal aufgeführt. Johannes Brahms´ Requiem hielt unter seiner Ägide erstmals Einzug in den Linzer Dom.

Der Komponist Reinthaler publiziert zahlreiche Werke hauptsächlich für Kirchenmusik, darunter vier deutsche Passionen, die auch im Stephansdom aufgeführt wurden. Vom Land Niederösterreich wurde er mit einem Kompositionspreis ausgezeichnet. Als Editor ist er für den Verlag Breitkopf und Härtel tätig und bezüglich der profanen Vokalwerke als Mit-Herausgeber der Bruckner – Gesamtausgabe (1980).

Seit 2004 ist Reinthaler freiberuflich tätig und gefragter Chorleiter und Organist, als letzterer vorwiegend in Linz: In der Ursulinenkirche, im Alten Dom und seit 2018 als Hauptorganist in der Stadtpfarrkirche.

Der Maler Reinthaler reiht sich gewissermaßen in die Familientradition ein: So war sein Onkel Franz, in den 60er Jahren Pfarrer in Oberkärnten, leidenschaftlicher Freizeitmaler; Onkel Hans wandte sich eher der (Mundart-) Dichtung zu und Neffe Arnold widmet sich der Konzept-Kunst. Anton hingegen hatte seit den Petriner Tagen Bildende Kunst immer im Blick, wandte sich aber erst im Frühjahr 2007 aktiv der Acryl-Malerei in großen Formaten zu. Seine erste große Ausstellung fand 2007 in der Kleinmünchner Callo-Kirche statt. Bis dato folgten weitere 16 Präsentationen; der Stil Reinthalers ist von expressionistischer und abstrakter Malerei inspiriert, entwickelt aber durch Einbeziehen graphischer Musik – Elemente ein spezielles Profil, das beide „Passionen“ des Künstlers vereint.

Paul Stepanek

Artikel aus der PetrA-Ausgabe November 2025

Der Verein der Petriner Absolventinnen und Absolventen - kurz PetrA - fördert den gemeinsamen Kontakt und freundschaftliche Beziehungen zwischen ehemaligen Schülerinnen und Schülern des Bischöflichen Gymnasiums Petrinum in Linz. Dies geschieht durch die Publikation der Vereinszeitung, das Treffen bei gemeinsamen Veranstaltungen und die Organisation von Reisen.

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