
ein gotisches Juwel und ein würdiger Zielpunkt auf der „7-Kapellen Roas“
Wenige Meter neben dem Wirt in Pesenbach befindet sich das kulturelle Juwel des Ortes und der ganzen Region, die Pesenbacher Kirche. Schon die historische Holztür im gotischen Portal stimmt auf einen inspirierenden Besuch ein. Die dreischiffige, kreuzrippengewölbte Pfeilerbasilika aus dem Ende des 15. Jahrhunderts beeindruckt mit ihrem zehn Meter hohen gotischen Flügelaltar. 1850 wurde dieser auf Initiative von Adalbert Stifter renoviert. Dieser hatte als Konservator für Oberösterreich bereits Erfahrung bei der Restaurierung des Kefermarkter Flügelaltars gesammelt. In der Mitte des geöffneten Schreins befindet sich die lebensgroße Statue des Kirchenpatrons, des Hl. Leonhard. Zu beiden Seiten stehen die Statuen des Erzengels Michael und des Hl. Bartolomäus. Eine Sage über die Errichtung der Kirche erzählt, dass ein reicher Kaufmann in einen heftigen Sturm auf der Donau geriet. Manche vermuten dabei ein Mitglied aus der Familie des nahe gelegenen Schlosses Mühldorf. Er wurde in die Mündung des Pesenbachs getrieben und gelobte, eine Kirche zu bauen, wenn er gerettet würde, was auch geschah.
Der Wirt schlägt eine Wanderung zur Schiefen Kapelle vor, um die Gegend zu erkunden. Auf der Route „7-Kapellen Roas“ startet der Weg im Ortszentrum und verlässt die Ebene des Donautals, um auf idyllischen Feld- und Waldwegen ins hügelige Mühlviertel aufzusteigen. Mehrere Kapellen wie die Hofer- und Goaßeder Kapelle werden passiert, bevor nach einem Aufstieg von 190 Höhenmetern und dreieinhalb Kilometern die Schiefe Kapelle erreicht wird. Sie steht auf einer Anhöhe, dem Reuterhügel und hat ihren Namen bekommen, nachdem sie eine danebenstehende heute nicht mehr existierende mächtige Lin

de mit ihren Wurzeln in die jetzige Schieflage gebracht hat. Ein herrlicher Platz, um auf einer der Rastbänke über das Donautal und das Mühlviertel zu blicken.
Der Wirt in Pesenbach hat seine Wurzeln bereits im Jahr 1900. Es begann mit Backhendln, welche die Betreiber des Bauernhofs im Zentrum von Pesenbach den Gästen servierten. Die Tiere wurden naturnah mit Auslauf in den eigenen Obstgärten gehalten. Dazu kamen die Speisen aus der hauseigenen Schweinehaltung. Mit dieser Gastlichkeit aus Tradition begrüßt heute der Wirt Florian Malfent ber
eits in vierter Generation seine Gäste. Der noch immer jugendlich wirkende Wirt betont: „Die Authentizität unserer Speisen ist uns sehr wichtig. Wir beziehen viele Lebensmittel aus der Umgebung und garantieren hohe Qualität und eine Vielfalt im Wechsel der Jahreszeiten.“
Pepi Leitner, MJ 1974
Artikel aus der PetrA-Ausgabe Nr. 86, November 2026. Zeitungsarchiv
Bildnachweis: Privat, Pepi Leitner
